Kurze Weihnachtsgedichte

Kurze Weihnachtsgedichte

Ein kurzes Weihnachtsgedicht eignet sich hervorragend als Ergänzung für Ihre Weihnachtsgrüße an Freunde und Verwandte. Auf dieser Seite finden eine Auswahl kurzer Gedichte und Reime.


Kurze Weihnachtsgedichte

Advent

Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt,
und manche Tanne ahnt, wie balde
sie fromm und lichterheilig wird,
und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin – bereit,
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.
Rainer Maria Rilke (1875-1926)

Bereitet die Wege, bereitet die Bahn!

Bereitet die Wege, bereitet die Bahn!
Bereitet die Wege
und machet die Stege
im Glauben und Leben
dem Höchsten ganz eben,
Messias kömmt an!
Salomon Franck (1659-1725)
Das Gedicht ist auch bekannt als Kantate von Johann Sebastian Bach (BWV 132). Er hat sie im Jahre 1715, während seiner Zeit als Konzertmeister am Weimarer Hof, komponiert. Der Hofdichter Salomon Franck hat im selben Jahr den Text dazu verfasst.

Das Weihnachtsbäumlein

Es war einmal ein Tännelein
mit braunen Kuchenherzlein
und Glitzergold und Äpflein fein
und vielen bunten Kerzlein:
Das war am Weihnachtsfest so grün
als fing es eben an zu blüh'n.
Doch nach nicht gar zu langer Zeit,
da stand's im Garten unten,
und seine ganze Herrlichkeit
war, ach, dahingeschwunden.
Die grünen Nadeln war’n verdorrt,
die Herzlein und die Kerzlein fort.
Bis eines Tags der Gärtner kam,
den fror zu Haus im Dunkeln,
und es in seinen Ofen nahm –
Hei! Tats da sprüh'n und funkeln!
Und flammte jubelnd himmelwärts
in hundert Flämmlein an Gottes Herz.
Christian Morgenstern (1871-1914)
Alle Jahre wieder
leuchten Weihnachtskerzen,
funkeln im Takt der Lieder,
zaubern Freude in unsere Herzen.
Schöne Lieder, warme Worte,
tiefe Sehnsucht, ruhige Orte,
Gedanken, die voll Liebe klingen,
Weihnachten möcht' ich mit dir verbringen.
Weihnachtsspruch

Sei heiter!
Es ist gescheiter
Als alles Gegrübel; –
Gott hilft weiter,
Zur Himmelsleiter
Werden die Übel.
Theodor Fontane
1861
O Weihnacht! Weihnacht! Höchste Feier!
Wir fassen ihre Wonne nicht,
sie hüllt in ihre heil’gen Schleier
das seligste Geheimnis dicht.
Nikolaus Lenau
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