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Ostergedichte

Ostern fällt in die Frühlingszeit. Christen feiern die Auferstehung Jesu. Das Fest steht für Aufbruch und neues Leben. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich christliche Bräuche und andere Frühlingsriten vermischt. Ostereier und Osterhase aber stehen hier wie dort für Lebenskraft und Erneuerung. Dies zeigt sich in dieser Auswahl von Ostergedichten.

Der Frühling hockt schon im Gebüsch
und überprüft die Wetterlage.
Wir grüßen und wir wünschen euch:
Von Herzen schöne Ostertage!

Frühling kommt, die Blümchen sprießen, jetzt ist Osterzeit:
Lasst uns diesen Tag genießen, Osterfreude weit und breit!

Kommt ein kleines Osterhäschen,
stupst dich an mit seinem Näschen,
stellt sich auf die Hinterfüße
und flüstert: Liebe Ostergrüße!

Frühling wird es weit und breit,
und die Hasen sind bereit:
Sie bringen uns zur Osterfeier
viele bunt bemalte Eier.

Wer hoppelt da durchs grüne Gras?
Es ist bestimmt der Osterhas'!
Flink versteckt er Ei um Ei
und auch für dich ist eins dabei!

Wer sitzt denn da im Ostergras? –
Ja, es ist der Osterhas'!
Er schickt von seiner Frühlingswiese
euch ganz liebe Ostergrüße!

Alle wissen, jetzt im Lenz
kriegen Hühner Konkurrenz.
Hasen müh'n sich weit und breit,
es ist wieder Osterzeit!

Schöne bunte Ostereier,
eine frohe Osterfeier,
dieses und noch vieles mehr
wünsch ich euch von Herzen sehr!

Das weiß ein jeder, wer's auch sei,
gesund und stärkend ist das Ei.

Wilhelm Busch (1832–1908)
Das Osterei

Kinder, Kinder! Kommt herbei!
Suchen wir das Osterei!
Immerfort, hier und dort
und an jedem Ort.
Hier ein Ei, dort ein Ei –
bald sind's zwei und drei!
Ist es noch so gut versteckt,
endlich wird es doch entdeckt.
Kommt herbei!
Sucht das Ei!

Hoffmann von Fallersleben (1798–1874)
Osterspaziergang (aus Faust I)

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche,
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick;
Im Tale grünet Hoffnungs-Glück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dorther sendet er, fliehend, nur
Ohnmächtige Schauer körnigen Eises
In Streifen über die grünende Flur;
Aber die Sonne duldet kein Weißes,
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlt's im Revier,
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Kehre Dich um, von diesen Höhen
Nach der Stadt zurück zu sehen.
Aus dem hohlen finstern Tor
Dring ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden,
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
Aus Handwerks- und Gewerbes Banden,
Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
Aus Strassen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
Sind sie alle an's Licht gebracht.
Sieh nur sieh! wie behend sich die Menge
Durch die Gärten und Felder zerschlägt,
Wie der Fluss, in Breit' und Länge,
So manchen lustigen Nachen bewegt,
Und, bis zum Sinken überladen
Entfernt sich dieser letzte Kahn.
Selbst von des Berges fernen Pfaden
Blinken uns farbige Kleider an.
Ich höre schon des Dorfs Getümmel,
Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
Zufrieden jauchzet gross und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein.

Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832)

Alles Gute, nur das Beste,
gerade jetzt zum Osterfeste!
Möge es vor allen Dingen
Freude und Entspannung bringen!

Ostern, Ostern, Auferstehn.
Lind' und leis' die Lüfte wehn.
Hell und froh die Glocken schallen:
Osterglück den Menschen allen!

Has', Has', Osterhas',
wir möchten nicht mehr warten.
Der Krokus und das Tausendschön,
Vergissmeinnicht und Tulpe steh'n
schon lang in unser'm Garten.

Has', Has', Osterhas',
mit deinen bunten Eiern!
Der Star lugt aus dem Kasten raus.
Blühkätzchen sitzen um sein Haus.
Wann kannst du Frühling feiern?

Has', Has', Osterhas',
ich wünsche mir das Beste:
ein großes Ei, ein kleines Ei,
dazu ein lustig Didldumdei.
Und alles in dem Neste.

Paula Dehmel (1862–1918)

Da ist nun unser Osterhase!
Er stellt das Schwänzchen in die Höh'
und schnuppert hastig mit der Nase
und tanzt sich einen Pah de döh!

Dann geht er wichtig in die Hecken
und tut, was sonst nur Hennen tun:
Er möchte sein Produkt verstecken,
um sich dann etwas auszuruh'n.

Das gute Tier! Ein dicker Lümmel
nahm ihm die ganze Eierei
und trug beim Glockenbammelbimmel
sie zu der Liebsten nahebei.

Da sind sie nun. Bunt angemalen
sagt jedes Ei: »Ein frohes Fest!«
Doch unter ihren dünnen Schalen
liegt, was sich so nicht sagen lässt.

Iss du das Ei! Und lass dich küssen
zu Ostern und das ganze Jahr …
Iss nun das Ei! Und du wirst wissen,
was drinnen in den Eiern war!

Kurt Tucholsky (1890–1935)

 

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Ostern fällt in die Frühlingszeit. Christen feiern die Auferstehung Jesu. Das Fest steht für Aufbruch und neues Leben. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich christliche Bräuche und andere Frühlingsriten vermischt. Ostereier und Osterhase aber stehen hier wie dort für Lebenskraft und Erneuerung. Dies zeigt sich in dieser Auswahl von Ostergedichten.