Die heilige Nacht

Eduard Mörike (1804-1875)

Gesegnet sei die heilige Nacht,
die uns das Licht der Welt gebracht! –
Wohl unterm lieben Himmelszelt
die Hirten lagen auf dem Feld.
Ein Engel Gottes, licht und klar,
mit seinem Gruß tritt auf sie dar.
Vor Angst sie decken ihr Angesicht,
da spricht der Engel: »Fürcht‘ euch nicht!
Ich verkünd‘ euch große Freud‘:
Der Heiland ist geboren heut.«
Da geh’n die Hirten hin in Eil,
zu schau’n mit Augen das ewig‘ Heil;
zu singen dem süßen Gast Willkomm,
zu bringen ihm ein Lämmlein fromm. –
Bald kommen auch gezogen fern
die heil’gen drei König‘ mit ihrem Stern.
Sie knien vor dem Kindlein hold,
schenken ihm Myrrhen, Weihrauch, Gold.
Vom Himmel hoch der Engel Heer
frohlocket: »Gott in der Höh sei Ehr!«

Der junge Eduard Mörike fühlte sich zum Schriftsteller berufen. Seine Familie hatte unterdessen eine Laufbahn als Pfarrer für ihn vorgesehen. Im Weihnachtsgedicht »Die heilige Nacht« verbindet Mörike den ungeliebten »Brotberuf« mit dem Dichten. Er erzählt in Reimform die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel nach. Das Gedicht folgt also den bekannten »Fakten«. Es lässt sich daher gut auswendig lernen.

Die heilige Nacht

Gesegnet sei die heilige Nacht,
die uns das Licht der Welt gebracht! –
Wohl unterm lieben Himmelszelt
die Hirten lagen auf dem Feld.
Ein Engel Gottes, licht und klar,
mit seinem Gruß tritt auf sie dar.
Vor Angst sie decken ihr Angesicht,
da spricht der Engel: »Fürcht‘ euch nicht!
Ich verkünd‘ euch große Freud‘:
Der Heiland ist geboren heut.«
Da geh’n die Hirten hin in Eil,
zu schau’n mit Augen das ewig‘ Heil;
zu singen dem süßen Gast Willkomm,
zu bringen ihm ein Lämmlein fromm. –
Bald kommen auch gezogen fern
die heil’gen drei König‘ mit ihrem Stern.
Sie knien vor dem Kindlein hold,
schenken ihm Myrrhen, Weihrauch, Gold.
Vom Himmel hoch der Engel Heer
frohlocket: »Gott in der Höh sei Ehr!«


Alles für perfekte Briefe, E-Mails und Grußkarten.