Winternacht

Christian Morgenstern (1871-1914)

Es war einmal eine Glocke,
die machte baum, baum…
Und es war einmal eine Flocke,
die fiel dazu wie im Traum…
Die fiel dazu wie im Traum…
Die sank so leis hernieder,
wie ein Stück Engleingefieder
aus dem silbernen Sternenraum.
Es war einmal eine Glocke,
die machte baum, baum…
Und dazu fiel eine Flocke,
so leis als wie ein Traum…
So leis als wie ein Traum…
Und als vieltausend gefallen leis,
da war die ganze Erde weiß,
als wie von Engleinflaum.
Da war die ganze Erde weiß,
als wie von Engleinflaum.

Alle Kinder werden Freude an diesem Gedicht von Christian Morgenstern haben. Das liegt am Rhythmus der Glocke, die mit ihrem Schwingen an ein Wiegenlied erinnert. Der Körper nimmt die Bewegung ganz selbstverständlich auf. Und dann kommen noch Lautmalereien hinzu: Die vielen Wörter mit den Doppelkonsonanten »au« und »ei« wirken beruhigend. Sie entführen Klein und Groß in weihnachtliche Traumwelten.

Winternacht

Es war einmal eine Glocke,
die machte baum, baum…
Und es war einmal eine Flocke,
die fiel dazu wie im Traum…
Die fiel dazu wie im Traum…
Die sank so leis hernieder,
wie ein Stück Engleingefieder
aus dem silbernen Sternenraum.
Es war einmal eine Glocke,
die machte baum, baum…
Und dazu fiel eine Flocke,
so leis als wie ein Traum…
So leis als wie ein Traum…
Und als vieltausend gefallen leis,
da war die ganze Erde weiß,
als wie von Engleinflaum.
Da war die ganze Erde weiß,
als wie von Engleinflaum.


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